Vereinschronik

Chronik des

Musikvereines Schlierbach

„Jeder Mensch ist eine Melodie.
Ich bin für dich, du bist für mich ein Lied“
- Franz Werfel-


Es war im Jahre 1870, als die erste Schlierbacher Musikkapelle gegründet wurde. Sie bestand damals aus 16 Mann. Auf einer Photographie sind 16 Musiker namentlich festgehalten. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählten:

Johann Zehentner; Burgstaller im Käfergraben
Karl Weiermair; Rumplmühle (Haselböckau)
Matthias Weiermair; Sölden im Föhrenschacher (Haselböckau)
Karlhuber; Stockinger (Haselböckau 11)
Johann Neubauer; Schoiber zu Dorf
Josef Hartleitner; Schneidermeister
Kern; Tischlermeister
Langeder; Wasserbauer in Dauersdorf
Kronegger; Danner im Föhrenschacher (Haselböckau 14)
Limberger; Fenk in der Au (Haselböckau 48)
Schwarzlmüller; Gütlbauer
Wittmann
Schönbauer
Thalhammer; Finanzbeamter in Kirchdorf

Zur damaligen Zeit bestand kein eigentlicher Musikverein. Die Instrumente mussten selbst beschafft werden. Dies hielt die Leute allerdings kaum ab, fleißig zu musizieren, was anhand alter Aussagen bestätigt werden kann.

Erst am 6. Dezember 1884 wurde der „Verein der Musikfreunde“ gegründet. Obmann war damals der Stiftsprior und nachmalige Abt des Klosters Schlierbach, Pater Gerhard Haslroither.

Mit einer Uniform eingekleidet wurde die Kapelle das erste mal im Jahre 1901. Während des 1. Weltkrieges wurde in erster Linie zu Fronleichnam und Allerheiligen mit Aushilfen gespielt. Im 1. Weltkrieg verlor die Kapelle 2 Musiker. Diese waren: Kapellmeister Franz Prillinger, Wagnermeister in der Schwärz und Michael Edlinger, Sohn vom Eisterer, Haselböckau 34.

Am letzten Sonntag im Oktober 1919 fand das Heimkehrerfest statt. Dort trat der Musikverein das erste Mal nach dem 1. Weltkrieg wieder vor die Öffentlichkeit. Der Obmann war Prior Stadler und Kapellmeister war Michael Dreilinger, Kasbühler in Oberschlierbach. Mit viel Einsatz wurden junge Kräfte für die Musik ausgebildet. Es war sicher nicht einfach, denn in Schlierbach wie auch in anderen Vereinen galt es, viele Schwierigkeiten zu überwinden. Doch die Liebe zur Musik half diese Situation zu bewältigen.

Im Jahre 1928 wurde eine neue Vereinsleitung gewählt, da Obmann und Kapellmeister ihre Stellen aus Altersgründen zurücklegten. Diese Neuwahl brachte folgendes Ergebnis: Obmann wurde Dr. Viktor Schmid, Kapellmeister Josef Karlhuber und Kapellmeister-Stellvertreter Heinrich Stadler. Zum Kassier wurde Johann Kettenhuber (ÖBB-Pensionist), zum Archivar und Schriftführer Johann Limberger bestellt.

Im Jahre 1929 folgte die zweite Neueinkleidung der Musikkapelle. Zu dieser Zeit war das Interesse an der Musik groß und es wurden viele neue, junge Kräfte ausgebildet. Der Verein nahm an zahlreichen Wertungsspielen teil und es konnte ein gewaltiger Aufstieg verzeichnet werden.

Dann begann die NS-Zeit. Auch der Musikverein Schlierbach hatte darunter sehr zu leiden. Politische Verfolgung, Aufspielverbot bei kirchlichen Feiern hatten zur Folge, dass 14 Musiker aus dem Verein austraten. Die Zahl der unterstützenden Mitglieder sank drastisch. Das Schicksal des Musikvereins schien besiegelt zu sein. Viele Musiker wurden zur Wehrmacht eingezogen und jegliche Vereinsaktivitäten erloschen.

Während des 2. Welkrieges verstarben 10 Musiker, 7 davon fielen im Krieg:

Franz Winter, Karl Prenninger, Karl Langeder, Josef Grafenberger, Franz Morawec, Alois Berger und Georg Hebesberger

Im Sommer 1945 ging Altkapellmeister Josef Karlhuber daran, die Musikkapelle Schlierbach wieder ins Leben zu rufen. Mit einigen altgedienten Musikern und einigen neuen Kräften wurde wieder musiziert. Es erfolgte eine Neuwahl. Zum Obmann wurde Ing. Josef Mair (Direktor der Landwirtschaftsschule Schlierbach), zum Kapellmeister Josef Karlhuber und zum Archivar und Schriftführer Johann Limberger bestellt.

Herr Johann Limberger schied 1949 auf eigenen Wunsch nach 30jähriger Zugehörigkeit aus. Ihm allein war es zu verdanken, dass das gesamte Inventar erhalten blieb, da er das gesamte Vermögen des Vereins während des Kriegs- und Nachkriegszeit betreute und zusammengehalten hat. Dazu gehörte auch die handgeschrieben Vereinschronik ab Februar 1923.

Musik ist beliebt bei Alt und Jung und der Stand an aktiven Musikern wuchs in kurzer Zeit auf 30 Mann. Im Jahre 1951 konnte wieder eine neue Uniform angeschafft werde, diesmal in grün. Kapellmeister Florian Karlhuber stellte die Kapelle auf die heutige gebräuchliche Stimmung (Nomalstimmung) um. Durch die Unterstützung der Gemeinde war es möglich, neue Instrumente anzuschaffen. Im Juni 1951 wurde auch das erste Jubiläum, das „80jährige Gründungsfest“ gefeiert.

Im Mai 1953 wurde der Antrag auf Satzungsänderung der Statuten genehmigt. Die neue Vereinsbezeichnung lautete „Verein der Musikfreund Schlierbach“.

Unter Obmann Franz Tretter und Kapellmeister Florian Karlhuber wurde im Jahre 1960 eine neue graublaue Uniform angeschafft. In diesem Jahr legte Kapellmeister Florian Karlhuber die Kapellmeisterstelle aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger war Kapellmeister Alois Rohrauer aus Weinzierl.

In all den vergangenen Jahren fanden die Musikproben immer in Gaststätten, die als Vereinsheime dienten, statt. 1967 war es endlich soweit. Am 22. März 1967 machte der damalige neu gewählte Obmann Anton Wunderlich den Spatenstich für ein vereinseigenes Musikheim.

Durch die Unterstützung der Gemeinde und er Bevölkerung und Dank des Idealismus der Musiker konnte das eigene Probelokal noch im selben Jahr bezogen werde.

Zwischen 1967 und 1968 wurde die Vereinsbezeichnung neuerlich geändert. Seit diesem Zeitpunkt scheint der Name „Musikverein Schlierbach“ in den Unterlagen auf.

Im Frühjahr 1968 legte Kapellmeister Alois Rohrauer die Kapellmeisterstelle nieder und Florian Karlhuber nahm die Stelle als Kapellmeister wieder ein. Von Oktober 1970 bis Oktober 1974 war Franz Klinsner Kapellmeister des Musikvereines Schlierbach.

Im Juli 1970 fand ein großes Fest in Schlierbach statt. In diesem Sommer wurde nämlich das 100jährige Bestehen des Musikvereines gefeiert.

Das musikalische Wirken des Musikvereines endet nicht an der Gemeindegrenze. Bis weit über die Grenzen nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz reichen die musikalischen Verbindungen. Im Jahr 1972 wurde das 10jährige Bestandsjubiläum der Verschwisterung der Gemeinden Schlierbach, Fürstenhagen und Orgelet gefeiert.

In Folge dieser freundschaftlichen musikalischen Beziehung entstand ein Zusammenkommen namensgleicher Gemeinden: Schlierbach in Oberösterreich und Schlierbach/Thek in Baden Württemberg. Begonnen hat diese Verbindung im Jahr 1971. Damals erhielt unsere Gemeinde ein Schreiben aus der gleichnamigen Ortschaft in Deutschland, welches der Anfang einer langjährigen, bis zum heutigen Tag währenden Freundschaft war. Seit dieser Zeit finden regelmäßig Besuche zu festlichen Anlässen statt. Dieser Freundschaft wurde sogar ein eigener Marsch gewidmet „Gruß an Schlierbach“, komponiert von Günther E. Koch aus Tirol.

Ab November 1974 war Kapellmeister Johann Schmidhuber Leiter des Musikvereines Schlierbach.

Im Jahr 1976 wurde die Musikkapelle mit einer Tracht eingekleidet. Die „Ausseer Tracht“ wurde bei der damals stattfindenden Blumenschmuckpreisverleihung vorgestellt. Aus beruflichen Gründen übergab Kapellmeister Schmidhuber den Dirigentenstab an Josef Weiermair.

Ab November 1982 übernahm Johann Schmidhuber wieder die Funktion des Kapellmeisters. Um das musikalische Niveau zu verbessern, nahm und nimmt der Musikverein laufend an Wertungsspielen teil. Eine weitere Tätigkeit des Musikvereines ist die musikalische Begleitung bei kirchlichen Anlässen und örtlichen Veranstaltungen. Auch die Teilnahme an Musik-, Bezirks- und Landesmusikfesten gehören zum jährlichen Programmablauf.

Im Jahr 1984 feierte der Musikverein „Harmonie“ in Schlierbach/Thek sein 60jähriges Bestandsjubiläum. Dies war ein Anlass, die gemeinsamen musikalischen Beziehungen wieder aufzufrischen. Unter Obmann Gustav Zacherl gab es im Jahr 1987 wieder eine neue Tracht für die Musikkapelle. Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war ein großes Zeltfest, bei welchem der Musikverein Schlierbach die Freunde des „Musikvereines Harmonie“ aus Deutschland begrüßen konnte.

Im Lauf der Jahre vergrößerte sich die Anzahl der Musiker. Dadurch wurde das vereinseigene Musikheim zu klein. Durch den geplanten Bau einer Musikschule in Schlierbach ergab sich für den Musikverein Schlierbach die Möglichkeit, einen größeren Proberaum zu schaffen. Am 18. November 1990 fand die Einweihung der neuen Musikschule mit dem Vereinsheim statt.

Nach 10jähriger Tätigkeit als Musikobmann legte Ing. Gustav Zacherl im Herbst 1992 sein Amt zurück. Auch der Obmann-Stellvertreter Fritz Hoffmann beendete seinen Funktion. Zum neuen Obmann wurde der aktive Musiker Herbert Gebeshuber gewählt und Obmann-Stellvertreter wurde Franz Sandmayr.

Zu dieser Zeit besteht die Musikkapelle Schlierbach aus 41 aktiven Musikern, 9 davon sind Musikerinnen.
Vergessen darf man auch nicht den „Fan-Club der Musikkapelle Schlierbach“. Er wurde im Herbst 1992 gegründet und unterstützt den Verein tatkräftig bei jeglichen Veranstaltungen.

1992 übergab Kapellmeister Schmidhuber nach 15jähriger musikalischer Leitung den Taktstock an Florian Karlhuber, der hiermit in die Fußstapfen seines Vaters trat und bis 1999 die Geschicke des Musikvereines Schlierbach leitete.

Von 1999 bis 2007 übte Erich Weiermair die musikalische Leitung des Vereines aus. Unter seiner Leitung wurden erstmals auch zwei Kirchenkonzerte erfolgreich durchgeführt.

2004 legten der Obmann Herbert Gebeshuber und der Obmann-Stellvertreter Franz Sandmayr nach 12 jähriger Tätigkeit ihre Funktionen nieder. Zum neuen Obmann wurde Karl Puchbauer gewählt, Obmann-Stellvertreter wurde Franz Bauhofer.

2007 übernahm Günter Hebesberger die musikalische Leitung des Vereines, Franz Bauhofer legte seine Funktion als Obmann-Stellvertreter zurück.

2008 wurde Johanna Hinterwirth zur neuen Obmann-Stellvertreterin gewählt.

2009   Im Zuge der Landesausstellung Mahlzeit Neu- bzw. Umbau des bestehenden Musikheims in ein modernes freundliches Gebäude, das am 22.11.2009 mit einem Tag der offenen Tür erstmals auch den „Schlierbachern“  zugänglich gemacht wurde. Der Musikverein zählt Ende 2009 42 aktive Musiker.

2009: Obmann: Karl Puchbauer

Stv.Obfrau: Johanna Hinterwirth

Kapellmeister: Günther Hebesberger

Stabführer: Franz Weiermair jun.

Ehrenmitglieder: Josef Pramberger, Franz Bauhofer, Franz Zorn;

Ehrenobmann: Gustav Zacherl

2015 Obmannwechsel nach 11-Jähriger Tätigkeit im Verein legt Puchbauer Karl sein Amt nieder. Als neue Obfrau wird Johanna Hinterwirth gewählt.

Obfrau:Johanna Hinterwirth

Stellvertr.:Thomas Bramberger

Kapellmeister: Günther Hebesberger

Kassier: Gerda Schellmann

Schriftführerin: Maria Zacherl

Stabführer: Franz Weiermair jun.

Ehrenobmänner: Gustav Zacherl, Karl Puchbauer

2017: Nach 10 Jahren als Kapellmeister übergibt Günther Hebesberger den Dirigentenstab in jüngere Hände. Neuer Chef am Dirigentenpult ist mit 29.September.2017 Stefan Bramberger.


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